Wie viele Tasten hat ein Piano?

Eine Klaviatur mit Gebrauchsspuren
Simon
Simon
Hallo liebe Leser und Willkommen auf meinem Blog zum Thema Klavier. Seit meiner Kindheit spiele ich leidenschaftlich gerne Klavier und möchte euch das erlernen dieses schönen Instruments erleichtern. Nun wünsche ich euch aber viel Spaß auf meinem Blog. Simon

 

Kaum ein Instrument hat im Lauf der Zeit so viele Entwicklungen und Veränderungen hinter sich wie das Klavier. Erst seit dem Jahr 1880 sieht beispielsweise die Klaviatur so aus wie heute. Das moderne Klavier hat in der Regel 88 Tasten, die Klaviatur ist 123 cm lang und umspannt einen Tonumfang von 7 ¼ Oktaven. Eine Oktave ist durch zwölf Tasten unterteilt, also
C – Cis – D – Dis – E – Eis – F – Fis – G – Gis – A – Ais – H
Dabei hat die Klaviatur insgesamt 52 weiße und 36 schwarze Tasten. Früher gab es allerdings auch Varianten, die die Untertasten dunkel und die oberen Tasten hell hatten. Die Klaviatur, beginnt am linken Rand mit einem A2 und endet rechts mit einem C5. Diesen Tonumfang nennt man den Ambitus des Klaviers und er reicht in den meisten Fällen von 27,5 Hertz bis 4.186 Hertz.

Elfenbein und Ebenholz- die Tasten am Piano

Eine Frage, die Klavierbauer seit Anbeginn der Klavierbau-Zeit beschäftigte, ist und war die Frage nach dem richtigen Material für die Tasten. Das Material darf sich bei Temperaturschwankungen nicht ausdehnen, denn dann könnten die Tasten am Piano klemmen. Außerdem muss die Oberfläche schweißbeständig sein (wenn du schon einmal vor Publikum gespielt hast, wirst du das wissen, denn da kommt jede Person ins Schwitzen 😉)
Die bevorzugten Materialien heute sind Kunststoffe, aber es werden auch Knochen und alle Arten von Hölzern verwendet. Sogar Mammut-Elfenbein kommt zum Einsatz. Früher waren die schwarzen Tasten meistens aus Ebenholz und die weißen Tasten aus Elfenbein und auf historischen Instrumenten findet sich immer noch echtes Elfenbein. Das ist heute glücklicherweise aus Artenschutzgründen verboten, denn früher wurden nur für Musikinstrumente gefährdete Elefanten gejagt. Trotzdem wird heute noch Elfenbein verwendet, denn Mammut-Elfenbein fällt nicht unter Artenschutz. In Sibirien liegen noch einige eingefrorene Ur-Elefanten, also darf dieses Material verwendet werden und falls du einmal die Möglichkeit hast, auf einer Elfenbein-Klaviatur zu spielen, mach es. Das ist ein ganz anderes, griffigeres Spielgefühl.
Trotzdem ist im Allgemeinen Kunststoff für die Tasten verbreitet. Die restlichen Materialien werden meist nur von exquisiten Flügelbauern, wie Bösendorfer oder Steinway verwendet.
Aber auch wenn Klaviertastaturen heute so ausgelegt sind, dass sie Temperaturschwankungen gut überstehen, sollte man seinem Klavier nicht zu viel zumuten. Besonders, wenn ein Klavier aus Holz ist, sollte man große klimatische Unterschiede vermeiden.

Vom Index zu Strichen- Die Klaviertastatur

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass bei geschriebenen Noten manchmal ein kleines a oder ein A2 steht. Diese Schreibweise legt fest, wo wir uns auf der Klaviertastatur befinden. Ganz links befinden sich auf der Klaviatur die Noten der Subkontratöne und ab dem ersten C1 (von links gezählt) beginnt der Kontra-Oktavbereich. Er wird dann mit einer kleinen 1 als Index geschrieben. Die Schreibweise ist also von links nach rechts, oktavweise gesehen:

Subkontratöne: A2
Kontra-Oktavbereich: C1
Großer Oktavbereich: C
Kleiner Oktavbereich: c (hier geht man bei der Notation vom Bassschlüssel in den Violinschlüssel über)
Eingestrichener Oktavbereich: c‘
Zweigestrichener Oktavbereich: c‘‘
Dreigestrichener Oktavbereich: c‘‘‘
Viergestrichener Oktavbereich: c‘‘‘‘

In der Regel wirst du beim Klavierspielen meist dem Spektrum zwischen Großer Oktave und Zweigestrichene Oktave begegnen, das befindet sich ziemlich in der Mitte der Klaviatur. Also ist die Frage wie viele Tasten ein Piano hat gar nicht so wichtig, denn dein Spielbereich ist sowieso kleiner.

Falls du noch Probleme hast, die richtigen Töne zu treffen, empfiehlt es sich, wieder entfernbare Aufkleber für die Tasten am Piano zu kaufen. Diese gibt es beispielsweise bei Amazon.

Am Einfachsten, um sich in den Oktavbereichen zurechtzufinden ist, sich das eingestrichene c‘ zu merken. Es befindet sich ziemlich in der Mitte des Klaviers. Am Anfang kann man es auch „Schlüsselloch C“ nennen (denn falls du ein abschließbares Klavier hast, befindet es sich nämlich auf der Höhe des Schlüsselloches). Ein alternativer Name für den Anfang ist auch „Bauchnabel C“ (denn falls du einen Bauchnabel hast… 😉)

Es gibt keine Regel ohne Ausnahmen bei den Piano Tasten

Doch auf die Frage wie viele Tasten ein Piano hat gibt es keine allgemeingültige Antwort. Besonders ältere Pianos haben oft weniger Tasten. Beispielsweise in der Renaissance hatten Klaviaturen üblicherweise vier Oktaven. Selbst zur Zeit Mozarts waren Klavier-Tastaturen mit einem Tonumfang von nur fünf Oktaven üblich. Damals gab es aber meist Cembalos und ein Klavier wie in der heutigen Form war noch nicht bekannt.
Auch in die andere Richtung sind Abweichungen möglich. Große Konzert-Flügel haben beispielsweise bis zu 97 Tasten, also einen Ambitus acht Oktaven.
Der Rekord für die meisten Klaviertasten auf einem Konzertflügel wird momentan von dem australischen Flügelhersteller Stuart & Sons gehalten. Ihr Flügel „Beleura“ hat einen Ambitus von neun Oktaven. Das ist aber ein Tonbereich, der von einem normalen Klavierspieler nie gebraucht wird. Selbst die heute üblichen 7 ¼ Oktaven werden meist schon nicht ausgespielt, zumindest wenn man sich an klassischer Literatur versucht, denn der heutige Tonumfang eines Klaviers entstand erst in der Spätromantik. Also sind auch alle Stücke, die davor komponiert wurden (z.B. Mozart, Hayden, Beethoven usw.) auch meist für weniger Tasten geschrieben.

Die enharmonische Verwechslung auf der Klaviertastatur

Das Klavier ist ein grandioses Instrument, zweifellos, aber wenn man Musik auf in eine endliche Anzahl von Piano Tasten bannen will, hat das seine Tücken. Ein Instrument, das nach der reinen Stimmung gestimmt werden würde, hat reine Intervalle. Das heißt, die Töne in einem Akkord harmonieren perfekt miteinander. Allerdings ist bei dem Klavier mit seinen zwölf Tasten pro Oktave das Problem, dass nur eine begrenzte Anzahl von reinen Akkorden möglich ist. Dieses Problem wurde gebannt, indem das Klavier gleichmäßig gestimmt wurde. Diese Stimmung nennt sich gleichstufige Stimmung. Hier unterscheiden sich die Tasten jeweils um einen Halbtonschritt. Diese Stimmung teilt die Töne gleichmäßig auf und so werden auch die Unreinheiten gleichmäßig verteilt. Man könnte also auch sagen, diese übliche Stimmung ist gleichmäßig falsch, aber das geringste Übel.
Auf der Klaviatur sind die Noten Fis und Ges beispielsweise dieselbe Taste, auf dem Notenblatt aber nicht gleich notiert. Fis ist ein mit Kreuz erhöhtes F und Ges ein mit b erniedrigtes G. So wäre es auch richtig, denn eigentlich ist wirklich ein geringer Unterschied zwischen diesen Tönen. In Chören oder bei Streichinstrumenten, die nicht an eine Feste Tastenanzahl gebunden sind, wird dieser Tonunterschied oft genutzt und die reinen Intervalle verwendet, denn die Töne klingen dann einfach besser zusammen. Die Klavierspieler müssen sich aber damit begnügen, dass für sie der Ton auf der Klaviatur der Gleiche ist. Diesen Kompromiss, dass beispielsweise Fis und Ges derselbe Ton sind, nennt man enharmonische Verwechslung.

Der Kammerton

Ein weiterer interessanter Fakt in Bezug auf Klaviere ist auch die Tonhöhe. Die Stimmung eines Klaviers richtet sich von der Höhe nach dem Kammerton, also dem a‘. Das ist das a links vom “Schlüsselloch C” . Von diesem Ton aus gesehen werden dann alle anderen Töne gestimmt und es ist der selbe Ton, den auch eine Stimmgabel hat. Der Kammerton liegt mittlerweile bei 440 Hertz, aber das war nicht immer so. Früher schwankte der Kammerton von bis zu vier Halbtöne tiefer bis zu drei Halbtöne höher, aber in der Regel waren die Klaviere vor hundert Jahren noch mindestens einen Halbton tiefer als heute. Erst 1939 wurde in London international festgelegt, dass der Kammerton, also das a‘ eine Tonhöhe von 440 Hertz haben sollte. Diese Festlegung erfolgte willkürlich und stellte besonders Sänger vor eine Herausforderung, denn eigentlich waren viele Gesangsstücke tiefer angedacht, als sie heute gespielt werden. Orchester erhöhen allerdings diesen Kammerton oft nochmal und spielen heute oft mit 443 Hertz, was dann nicht mehr mit dem a‘ eines Klaviers übereinstimmt. Ein paar Musiker setzten sich aber auch wieder ein, dass der Kammerton wieder niedriger angesetzt wird.

 

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