Franz Titscher – die Tonleiter am Klavier lernen

Nahaufnahme der Klaviatur
Simon
Simon
Hallo liebe Leser und Willkommen auf meinem Blog zum Thema Klavier. Seit meiner Kindheit spiele ich leidenschaftlich gerne Klavier und möchte euch das erlernen dieses schönen Instruments erleichtern. Nun wünsche ich euch aber viel Spaß auf meinem Blog. Simon

„Ein großer Pianist zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er die Technik ignoriert, sondern dadurch, dass er sie vergisst“
Dieses Zitat stammt von dem Pianisten Alfred Cortot und zeigt, worauf es beim Klavierspiel wirklich ankommt, nämlich auf das Herz.
Aber mit Herz allein lässt sich kein Instrument spielen, man muss auch die Technik beherrschen. Das ABC der Musik ist, du musst die Tonleiter lernen. Sie ist eine Reihe von Tönen, die der Tonhöhe nach geordnet sind. Man steigt, bildlich gesprochen, wie auf einer Leiter Ton für Ton nach oben.

Franz Titscher zeigt in seinem Kurs schon direkt anfangs worauf es bei den Tonleitern ankommt und bekräftigt das Wissen immer direkt mit praktischen Beispielen. Sehr effektiv!

Zu meinem Erfahrungsbericht

Die meisten Tonleitern bestehen aus fünf oder sieben Tönen innerhalb einer Oktave. Diese Töne werden auch Tonstufen genannt. Am besten kann man die Tonleiter am Klavier verstehen, wenn man eine Klaviertastatur vor sich hat. Hinter diesen weißen und schwarzen Tasten verbirgt sich das Geheimnis der Tonleitern. Wenn man jedes Musiksystem ignoriert und willkürlich verschiedene Tasten drückt, dann tut es in den Ohren weh oder anders ausgedrückt: Die Töne harmonieren nicht miteinander. Der Mensch und die Musik brauchen Regeln, um sich in Schönheit zu entfalten. Dies fand man schon früh in der Musikgeschichte heraus. Im Mittelalter entwickelten sich die Kirchentonarten, später wurden diese Harmoniesysteme meist auf Dur oder Moll reduziert.

Pentatonik

Eine einfache Reihe von Tönen ist die sogenannte pentatonische Tonleiter. Sie ist weder Dur- oder Moll, dafür aber ziemlich einfach herzuleiten. Der Name kommt von Penta, dem griechischen Wort für fünf. Einfach gesagt: wenn du nur auf den schwarzen Tasten des Klaviers herumklimperst – oder Melodien erfindest – bewegst du dich in der pentatonischen Tonleiter. Jetzt nochmal im Fachjargon: Die pentatonische Tonleiter besteht aus Ganztonschritten und Terzen. Wenn du die Musik gut zu verstehen willst, solltest du dich auf jeden Fall auch mit Intervallen auseinandersetzen. Das kleinste Intervall, das es in der Musik gibt, ist die kleine Sekunde, also ein Halbtonschritt. Auf diesen kleinen Tonabständen baut dann die ganze Musik auf. Einen Halbtonschritt hörst du, wenn du am Piano zwei Tasten drückst, die direkt nebeneinander liegen (z.B. C und Cis). Ein Ganztonschritt wiederum setzt sich aus zwei Halbtonschritten zusammen. Also musst du eine Taste überspringen und dann hast du den Ganztonschritt (z.B. C und D). Die Intervalle lauten:
– Prim (gleicher Ton)
– Kleine Sekunde (ein Halbtonschritt)
– Große Sekunde (zwei Halbtonschritte = 1 Ganztonschritt)
– Kleine Terz (drei Halbtonschritte usw.)
– Große Terz
– Reine Quarte
– Reine Quinte
– Kleine Sexte
– Große Sexte
– Kleine Septime
– Große Septime
– Reine Oktave

Soviel zur Theorie. Die Pentatonische Tonleiter besteht also aus zwei Ganztonschritten, einer kleinen Terz, einem Ganztonschritt und einer kleinen Terz. Also z.B. c‘ – d‘ – e‘ – g‘ – a‘ – c‘‘ und schon sind wir wieder beim Anfang. Oder, wenn du mit einem anderen Ton anfängst und diese einfache Tonleiter lernst, indem du zu Beginn nur auf den schwarzen Tasten spielst: gis‘ – ais‘ – cis‘ – dis‘ – gis‘‘
Es sind immer dieselben Intervalle, also dieselben Abstände zwischen den Tönen und nur andere Töne. Hinter diesen Intervallen steckt die ganze Magie der Tonleitern. Bei der pentatonischen Tonleiter ist der große Vorteil, dass du einfach drauf losspielen kannst. Es wird sich immer gut anhören und wenn du nur auf den schwarzen Tasten spielst, musst du nicht einmal überlegen, welchen Ton du jetzt brauchst.

Die Klassiker

Nun aber zu den Klassikern der Harmonielehre: Die Dur– und die Moll Tonleiter. Diese Tonleitern setzen sich aus einer Abfolge von Ganz- und Halbtonschritten zusammen. Dieses System wird in der Musiktheorie Diatonik genannt.

Die Dur Tonleiter

Das Wort Dur kommt von dem lateinischen Wort „durus“, was soviel wie „hart“ bedeutet (und Stücke, die in Dur geschrieben sind hören sich härter an wie Stücke, die in Moll geschrieben wurden)
C-Dur ist die einfachste Dur Tonleiter. Du bekommst C-Dur, wenn du einfach nur auf den weißen Tasten des Klaviers spielst. Hier kannst du Melodien erfinden und es wird sich fast immer schön anhören. In der Theorie besteht die Dur Tonleiter aus Ganztönen und genau zwei Halbtonschritten. Diese sind zwischen der dritten und vierten und der siebten und achten Stufe. Wenn du dir die C-Dur-Tonleiter auf ein Blatt aufmalst und über jeden Ton eine Zahl schreibst (für gewöhnlich in römischen Ziffern, also I – II – III – IV – V -VI -VII – VIII, dann sind das immer die Stufen und zwischen dem dritten und vierten und dem siebten und achten Ton liegen nun die Halbtonschritte. Auf dem Klavier siehst du das bei C-Dur an den weißen Tasten, zwischen denen keine schwarze Taste liegt. Die C-Dur-Tonleiter ist also c‘ – d‘ – e‘ – f‘ – g‘ – a‘ – h‘ – c‘. Sie wird ganz ohne schwarze Tasten gespielt.
Natürlich kann die Dur Tonleiter auch mit einem anderen Anfangston begonnen werden. Dann musst du aber darauf achten, dass die Halbtonschritte auf der richtigen Stelle sind. Dafür gibt es aber einen einfachen Trick: Man schreibt einfach die richtigen Vorzeichen vor die Noten, nach dem Notenschlüssel und erhöht (mit #, sprich „Kreuz“) oder erniedrigt (mit b) den nötigen Ton, um wieder Dur zu haben. Beispiel: Wir fangen mit g‘ an. Wenn wir von g‘ ausgehend nur die weißen Tasten drücken würden, hätten wir g‘ – a‘ – h‘ – c‘ – d‘ – e‘ – f‘ – g‘. Dies ist aber noch keine Dur-Tonleiter. Die Halbtonschritte stimmen noch nicht. Wir brauchen zwischen dritten und vierten und siebtem und achten Ton einen Halbtonschritt. Zwischen drittem und vierten ist es schon gegeben. Zwischen h‘ und c‘ ist keine Taste dazwischen. Aber bei e‘ – f‘ – g‘ stimmt es nicht. Hier ist zwischen e und f, also zwischen sechster und siebter Stufe ein Halbton, nicht aber zwischen f und g, also siebter und achter. Also verschieben wir kurzerhand das f um einen Halbton nach oben, machen den Ton zu einem fis und schon stimmt wieder alles. Nun haben wir g‘ – a‘ – h‘ – c‘ – d‘ – e‘ – fis‘ – g‘.
G-Dur hat also ein Kreuz, wie man sagt. Für die Dur Tonleitern gibt es einen einfachen Merkspruch, wie viele Kreuze man braucht: Geh Du Alter Esel Hol Fische, also für G- Dur ein Kreuz, für D-Dur zwei usw.
Für b‘s gibt’s auch einen Merkspruch: Frische Brezen Essen Asse Des Gesangs, also für F- Dur ein b, für B-Dur zwei b usw.

Die Moll Tonleiter

Die Moll Tonleiter Tonleiter ist mit diesem Vorwissen schnell erklärt. Hier liegen die Halbtonschritte wo anders. Nämlich zwischen der zweiten und dritten und der fünften und sechsten Stufe. Wenn du nur die weißen Tasten, beginnend mit a spielst, hast du das natürliche Moll.
Allerdings fehlt hier der Leitton, also der Ton auf der siebten Stufe, bei dem es aufgrund des Halbtonschritts unbefriedigend ist, wenn nicht auch der achte Ton kommt. Um das zu ändern und wieder einen Leitton zu haben, der zur Vollendung der Tonleiter drängt, muss man nun zusätzlich die siebte Stufe erhöhen.

Dies nennt man das Harmonisches Moll. Hier hat man nun eineinhalb Halbtonschritte zwischen der sechsten und siebten Stufe, aber einen befriedigenden Halbtonschritt zwischen siebtem und achtem Ton. Also z.B. a‘ – h‘ – c‘ – d‘ – e‘ – f‘ – gis‘ – a‘‘.
Am besten befasst du dich auch einmal mit der Thematik des Quintenzirkels, denn Dur und Moll Tonleiter haben dieselben Vorzeichen und sind sogenannte Parallel-Tonarten. Dies alles klingt sehr schwierig, ist es aber nicht und ein gutes Fundament in der Harmonielehre ist unglaublich wichtig, wenn du dich in die Magie der Musik einfuchsen willst.

 

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